Während sich die meisten Reisenden für die Premier League oder die La Liga entscheiden, suchte Mitchel Gudden mit seiner Freundesgruppe das Abenteuer im Osten. Ihr Ziel? Das berüchtigte „Ewige Derby“ zwischen Roter Stern Belgrad und Partizan Belgrad. „Wir wollten die Atmosphäre dort erleben, wo es am heftigsten zugeht“, erzählt Mitchel. „Der Fanatismus ist dort förmlich mit Händen zu greifen.“
Eine Stadt voller Narben und Leidenschaft
Belgrad erwies sich als Stadt der Gegensätze. Mitchel war tief beeindruckt von der rauen Atmosphäre und der jüngsten Geschichte, die noch überall sichtbar ist. „Man sieht moderne Teile, aber auch Gebäude, die noch immer von den Bombardements zerstört sind“, erklärt er. Der Stolz der Bevölkerung ist jedoch unübersehbar. Ganze Stadtviertel sind in den Farben ihres Vereins gestaltet: von den Wandmalereien und Dächern der Schulen bis hin zu den Spielgeräten auf dem Spielplatz. „Dort geht es um Leben und Tod, dazwischen gibt es nichts.“

Politische Spannungen und Polizeiketten
Das Spiel selbst ist politisch stark aufgeladen, was das Erlebnis besonders intensiv macht. Auf dem Weg zum Stadion kamen Mitchel und seine Freunde an endlosen Reihen von Polizisten mit vollautomatischen Gewehren vorbei. „Man weiß einfach: Ich darf jetzt wirklich nichts Unerlaubtes tun, denn dann bin ich dran“, so Mitchel.
Einmal drinnen, war die Atmosphäre düster, aber beeindruckend. „Die Qualität des Fußballs war nicht besonders hoch, aber alles drum herum war der Hammer.“ Mit 9.000 Auswärtsfans, überall Feuerwerk, ohrenbetäubenden Knallen und Stühlen, die durch den Auswärtsblock flogen, war es ein Erlebnis, das in nichts dem ähnelt, was wir in den Niederlanden gewohnt sind.
Ich habe mich beim Gästeblock verlaufen
Mitchel erlebte selbst einen brenzligen Moment, als er während des Spiels kurz auf die Toilette musste. „Ich bin versehentlich in einen falschen Durchgang gelaufen und stand plötzlich in einem kleinen Zwischenbereich direkt neben dem Partizan-Auswärtsblock“, erzählt er. „Während ich unten war, wurde das Tor geschlossen. Da stand ich dann ganz allein, zwischen den bewaffneten Bereitschaftspolizisten und den wütenden Fans.“ Dank eines Anrufs bei ihrem Reiseleiter gelangte er schließlich wieder sicher zu seinen Freunden auf die Tribüne.

Die Rolle des Reiseleiters
Ein großer Pluspunkt der Reise war der private Reiseführer, der die Gruppe begleitete. Dieser Insider führte sie in lokale Restaurants, wo sie für ein paar Dutzend Euro riesige Fleischplatten bekamen, und erzählte ihnen alles über die Rivalität zwischen den Vereinen. So erfuhren sie, dass der eine Verein historisch mit der Armee verbunden ist und der andere mit dem Geheimdienst. Der Reiseführer zeigte ihnen auch Orte, die normale Touristen niemals finden würden, wie zum Beispiel einen versteckten Laden der Partizan-Ultras.

Der ultimative Tipp: Adrenalin auf dem Schießstand
Neben dem Fußball hat Mitchel noch einen besonderen Tipp für alle, die nach Belgrad reisen: den Schießstand. In Serbien ist der Schießsport unglaublich beliebt, und das hat die Gruppe sofort gemerkt. „Wir haben selbst eine Aktivität organisiert und sind zu sechst zu einem Schießstand etwas außerhalb des Zentrums gefahren, wo wir unter Anleitung eines Trainers gelernt haben, mit allen möglichen Waffen zu schießen“, erzählt er begeistert. „Das Adrenalin schoss uns regelrecht aus den Ohren. Das passte perfekt zur rauen Kultur und zum Rest der Reise.“
Fazit: „Das sollte jeder einmal erlebt haben“
Aufgrund der intensiven Atmosphäre und der politischen Brisanz würde Mitchel diese Reise jedem echten Fußballfan empfehlen. „Die gesamte Kultur ist anders. Wenn du die Gelegenheit hast: Du musst unbedingt dorthin fahren!“
Möchtest du auch die rohe Leidenschaft des Ewigen Derbys erleben oder suchst du ein anderes einzigartiges Fußballerlebnis? Schau dir unser Angebot auf Fussballreiseburo.de an und wer weiß, vielleicht sprechen wir dich bald für eine neue Folge von „Fussballtraum in Bildern“ an!
